Anton Gueth (Nyanatiloka Mahathera)

Geb. 1878 in Wiesbaden. Gest. 1957 in Colombo

1899 hörte er in Frankfurt einen Vortrag des theosophischen Redners Edwin Böhme und wurde dadurch ein begeisterter Anhänger des Buddha. 1902 reiste er in mehreren Etappen nach Indien, verdiente unterwegs sein Geld als Musiker. In Burma trat  er als erster Deutscher 1903 als Mönch in den buddhistischen Orden ein. Er erhielt den Namen Nyanatiloka. Er lernte Pali und begann damit, Texte ins Deutsche zu übersetzen und zu interpretieren. 1911 konnte er im Süden Ceylons die Island Hermitage gründen. Durch zwei Weltkriege, die er erlebte, reiste er mehrmals um die Welt. 1957 starb er in Ceylon und erhielt in Colombo ein Staatsbegräbnis.

Wichtige Werke:

  • Das Wort des Buddha.
  • Buddhistisches Wörterbuch.
  • Puggala Pannatti. Das Buch der Charaktere. Aus dem Pali-Kanon.
  • Der Weg zur Erlösung.
  • Die Lehrreden des Buddha. Aus der Angereihten Sammlung. Aus dem Pali-Kanon.
  • Die Fragen des Königs Milinda (Milindapanha).
  • Buddhaghosa`s Visuddhi-Magga. Der Weg zur Reinheit
  • Dhammapada. Mit Kommentar. Aus dem Pali-Kanon.

 


 

Paul Dahlke

Geb. 1865 in Osterode/Ostpreußen. Gest. 1928 in Berlin.

Er war homöopathischer Arzt in Berlin und dank seiner gut gehenden Praxis konnte er 1898 seine erste Weltreise von einem Jahr machen, bei der ihn besonders die Südsee faszinierte. 1900 kam er bei seiner 2. Reise nach Ceylon und studierte den Buddhismus bei verschiedenen Gelehrten. Er lernte Pali und wurde selbst Buddhist. Als er gesehen hatte dass für einen Europäer das Mönchsleben im allgemeinen zu beschwerlich war, wollte er in Deutschland eine Art Laienkloster gründen. Zuerst auf Sylt, dann aber erhielt er in Berlin-Frohnau ein großes Gelände. Dort entstand das Buddhistische Haus. Er veröffentlichte 22 Einzelschriften und vier Bände Übersetzungen aus dem Palikanon.

Wichtige Werke:

  • Die Bedeutung des Buddhismus für unsere Zeit.
  • Der Buddhismus. Seine Stellung innerhalb des geistigen Lebens der Menschheit.
  • Buddha. Auswahl aus dem Palikanon.
  • Buddhismus als Religion und Moral.
  • Buddhismus als Weltanschauung.

 


 

Georg Grimm

Geb. 1868 in Rolhofen. Gest. 1945 in Utting am Ammersee.

Er studierte Jura und trat in den Staatsdienst. Zu seinem 40. Geburtstag 1908 hatte seine Frau ihm die drei Bände der Mittleren Sammlung in der Übersetzung von Karl Eugen Neumann geschenkt. Er war sofort tief ergriffen und las mit Frau und Tochter jeden Abend eine Lehrrede. 1909-1911 kam es zu einem Briefwechsel Grimms mit Neumann. Grimm unterstützte Neumann finanziell tatkräftig. 1915 erschien sein Hauptwerk: "Die Lehre des Buddha" und 1921 gründete er mit Seidenstücker zusammen die "Buddhistische Gemeinde für Deutschland". 1937 wurde von ihm die "Altbuddhistische Gemeinde" gegründet.

Wichtige Werke:

  • Die Lehre des Buddho. Die Religion der Vernunft und der Meditation
  • Der Buddhaweg für Dich.
  • Buddhistische Weisheit. Das Geheimnis des Ich.
  • Die Todesfurcht und ihre Überwindung.

 


 

Karl Eugen Neumann

Geb. 1865 in Wien. Gest. 1915 in Wien.

1884 wurde er von Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“ tief ergriffen. Er las dann Oldenbergs „Buddha“ (1881). Darüber wurde er selbst zum Buddhisten und beschloss, sein Leben der Übersetzung des Pali-Kanons zu widmen. Dafür studierte er Indologie, Religionswissenschaft und Philosophie. In Wien begann er seine Übersetzungstätigkeit. Dazwischen unternahm er 1894 auf eigene Faust eine Indienreise und weilte 2 Monate in Ceylon, wo er enge Kontakte knüpfte. 1896 bis 1902 erschienen die ersten drei Ausgaben der Mittleren Sammlung. Die Längere Sammlung erschien 1907.

Wichtige Werke:

  • Die Reden Gotamo Buddhos. Mittlere Sammlung.
  • Die Reden Gotamo Buddhos. Längere Sammlung.
  • Die Reden Gotamo Buddhos. Sammlung der Bruchstücke.
  • Die Reden Gotamo Buddhos. Lieder der Mönche und Nonnen.
  • Die Reden Gotamo Buddhos. Wahrheitspfad (Dhammapadam).

 


 

Julius Dutoit

Geb. 1872 in .?. . Gest. 1958 in .?. .

Er war Gymnasiallehrer am Kgl. Luitpoldgymnasium in München und am Riemenschneider Gymnasium in Würzburg. Vorbildlich war ihm Ernst Windisch´s Werk "Mara und Buddha". Von den Übersetzungen Karl Eugen Neumanns sagte er, dass seine "willkürlichen Deutungen öfters zum Widerspruch" herausforderten. 1906 erschien von ihm im Leipziger Lotus-Verlag das Werk: "Das Leben des Buddha. Eine Zusammenstellung aus den kanonischen Schriften". In den Jahren 1908-1921 übersetzte er als einziger die gesamte Jataka-Sammlung des Palikanons.

Wichtige Werke:

  • Die Askese (duskaracarya) des Bodhisattva in der buddhistischen Tradition.
  • Das Leben des Buddha. Eine Zusammenstellung aus den kanonischen Schriften.
  • Jataka. Buddhistische Wiedergeburtsgeschichten.

 

Kurt Schmidt

Geb. 1879 in Berlin. Gest. 1975 in Berlin.

Er lernte den Buddhismus durch das Lehrbuch von Oldenberg und die Übersetzungen von Karl Eugen Neumann kennen. Als er merkte, wie unterschiedlich die Übersetzer die Pali-Texte wiedergaben, drängte es ihn, selber Pali zu lernen, so wurde er zu einem „Meister des Pali“. 1917 wurde er gebeten, im Münchner Monistenbund einen Vortrag über Buddhismus zu halten. Daraus entstand das erste seiner 15 Bücher. Er übersetzte die komplette Mittlere Sammlung neu in einer Kurzform.

Wichtige Werke:

  • Buddhas Reden. Die Sammlung der mittleren Texte des buddhistischen Pali-Kanons.
  • Buddha und seine Jünger
  • Leer ist die Welt. Buddhistische Studien.
  • So spricht Buddha.
  • Buddhas Lehre.
  • Worte des Erwachten. Vom Leben Buddhas und vom achtfachen Pfad.
  • Einführung in den Buddhismus.
  • Buddhistisches Wörterbuch.

 


Karl Seidenstücker

Geb. 1876 in Gerbsted. Gest. 1936 in Leipzig.

Wie er zum Buddhismus kam, ist unbekannt, jedenfalls bekannte er sich ab 1902 zur Lehre des Buddha und betrieb seitdem privat Palistudien. 1903 gründete er mit sieben Leipzigern in Leipzig den „Buddhistischen Missionsverein für Deutschland“, 1906 umbenannt in „Buddhistische Gesellschaft für Deutschland“, 1907 gründete er eine Maha-Bodhi Zentrale in Leipzig, die der Anfang einer Zentralisierung des deutschen Buddhismus sein sollte. Er betätigte sich auch als Herausgeber und Redakteur buddhistischer Zeitschriften.

Wichtige Werke:

  • Pali-Buddhismus in Übersetzungen.
  • Buddhistische Evangelien. Eine Auswahl aus den heiligen Büchern der Buddhisten.
  • Handbuch der Pali-Sprache.
  • Itivuttaka. Aus dem Palikanon.
  • Udana. Aus dem Palikanon.

 

Friedrich Zimmermann

Geb. 1852 in Berlin. Gest. 1917 in Stuttgart.

Durch Schopenhauer war er früh zum Buddhismus gekommen. Er wollte in Asien buddhistischer Mönch werden, wurde aber durch ein Herzleiden gehindert. Der Anstoß zu seinem Werk kam von folgendem: Im Jahre 1881 hatte der amerikanische Oberst Olcott in Ceylon als Buddhist seinen „Buddhist Catechism“ veröffentlicht. Olcott selber erweiterte ihn in späteren Auflagen im Sinne der Theosophie. So wurde er auch ins Deutsche übersetzt. Zimmermann sah sich veranlasst, 1888 einen bereinigten Buddhistischen Katechismus unter „Weglassung allen Beiwerks“ zu veröffentlichen. Das Buch kam unter dem Pseudonym Subhadra Bhikshu heraus. Es wurde ein Bestseller, praktisch der erste buddhistische Bestseller in Deutschland. Es erlebte 14 Auflagen und wurde in 10 Sprachen übersetzt.

Wichtige Werke:

  • Buddhistischer Katechismus.

 


 

Hermann Oldenberg

Geb. 1854 in Hamburg. Gest. 1920 in Göttingen.

Er studierte in Göttingen und Berlin klassische und indische Philologie und habilitierte sich 1878 für Sanskritphilosophie in Berlin. Sein Buch über Buddha zählt zu den Pioniertaten im deutschen Sprachraum. Es zählt zu den klassischen Werken der deutschen Indienforschung und hat durch die Reichhaltigkeit des Inhalts, die übersichtliche Gliederung des Stoffes, die fesselnde Art, seit seinem ersten Erscheinen im Jahre 1881 viele interessierte Leser gefunden. Seine Lebensarbeit galt besonders der Erforschung der älteren indischen Religionsgeschichte.

Wichtige Werke:

  • Buddha. Sein Leben. Seine Lehre. Seine Gemeinde.
  • Die Reden des Buddha. Lehre, Verse, Erzählungen.

 


 

Max Ladner

Geb. 1889 in Brixen. Gest. 1963 in Zürich.

Zum Buddhismus kam er über Schopenhauer. Er wurde 1929 Anhänger von Georg Grimm, zu dem er manches Wochenende nach Bayern fuhr. Später löste er sich von ihm und gründete 1942 zusammen mit v. Muralt die „Buddhistische Gemeinschaft Zürich“, die monatlich zusammenkam und eine eigene Zeitschrift herausgab. 1948 – 1961 gab er die „Einsicht“ heraus, die zur repräsentativen buddhistischen Zeitschrift des deutschsprachigen Bereiches wurde. Ladner führte eine umfangreiche Korrespondenz mit Buddhisten in aller Welt.

Wichtige Werke:

  • Die Lehre des Buddha.
  • Gotamo Buddha. Sein Werden, seine Lehre, seine Gemeinde.
  • Wirklichkeit und Erlösung, eine Welt- und Innenschau im Geiste des Buddha.

 


 

Helmuth von Glasenapp

Geb. 1891 in Berlin. Gest. 1963 in Tübingen.

Er studierte an den Universitäten Tübingen, München, Berlin und Bonn Sanskrit, Pali und Religionswissenschaft. 1927 reiste er erstmals nach Indien. 1928 wurde er als Nachfolger von Rudolf Otto Franke an die Universität Königsberg berufen. Neben zahlreichen historisch-philologischen Einzelstudien veröffentlichte er auch umfassende Überblicksstudien zum Buddhismus, die bis heute als Standartwerke gelten und zahlreiche Neuauflagen in verschiedenen Sprachen erlebten. Anlässlich seines 70. Geburtstages wurde er 1961 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Wichtige Werke:

  • Der Buddhismus in Indien und im fernen Osten.
  • Die Weisheit des Buddha.
  • Buddhistische Mysterien.
  • Der Pfad zur Erleuchtung. Grundtexte der buddhistischen Heilslehre.
  • Buddhismus und Gottesidee.

 


 

Ernst Lothar Hoffmann (Lama Govinda)

Geb. 1898 in Waldheim/Sachsen. Gest. 1985 Mill Valley/Kalifornien.

Mit 18 Jahren begann er eine vergleichende Studie über Christentum, Islam und Buddhismus, an deren Ende er selbst überzeugter Buddhist geworden war. 1928 fuhr er nach Ceylon, nahm auf Polgasduwa das weiße Gewand der Brahmacari und erhielt von Nyanatiloka den Namen Govinda. Beide gründeten dort die "International Buddhist Union", deren Generalsekretär er wurde. 1931 reiste er zu einer Konferenz nach Indien. In einem tibetischen Kloster, in dem er vor einem Unwetter Schutz nahm, begegnete er Ngawang Kalzang, einem Gelupga-Mystiker, der 12 Jahre als Himalaya-Einsiedler gelebt hatte. Er wurde sein Schüler und aus dem Theravadin wurde ein Bekenner des Vajrayana. Mehr als 30 Jahre verbrachte er in Ceylon, Burma, Tibet und Indien als Lernender, Forscher, Maler und Eremit. Später führte seine Vortragstätigkeit ihn rund um die Welt.

Wichtige Werke:

  • Der Weg der weißen Wolken.
  • Die frühbuddhistische Philosophie.
  • Grundlagen tibetischer Mystik.
  • Buddhistische Reflexionen.
  • Lebendiger Buddhismus für das Abendland.

 


 

Siegmund Feniger (Nyanaponika Mahathera)

Geb. 1901 in Hanau. Gest. 1994 in Kandy.

Er machte eine Buchhändlerlehre und zeigte schon früh religiöse Neigungen. Als Buchhändler stieß er bald auf die Weisheit Asiens und wurde um das Jahr 1920 Buddhist. 1926 reifte in ihm der Entschluss, Mönch zu werden, aber erst 1936 kam er in Colombo an. 1937 erhielt er die Vollordination als Bhikkhu. Wichtig im Leben Nynaponikas sind seine Reisen nach Burma, nicht weniger als viermal besuchte er dieses buddhistische Land. 1970, 1971, 1973 kam er auch nach Hamburg zur Buddhistischen Gesellschaft und zum Buddhistischen Seminar von Paul Debes. Die Bedeutung Nyanaponikas als Gelehrter und Schriftsteller ist enorm.

Wichtige Werke:

  • Im Lichte des Dhamma. Buddhistische Texte.
  • Sutta-Nipata. Früh-buddhistische Lehr-Dichtungen aus dem Pali-Kanon.
  • Geistestraining durch Achtsamkeit. Die buddhistische Satipatthana-Methode.
  • Kommentar zur Lehrrede von den Grundlagen der Achtsamkeit.
  • Der einzige Weg.
  • Die Wurzeln von Gut und Böse. Buddhistische Texte aus dem Pali-Kanon.

 


 

Paul Debes

Geb. 1906 in Wuppertal. Gest. 2004 in Bindlach.

Durch die Lektüre eines Buches von Hans Much: „Die Heimkehr des Vollendeten“ kam er 1927 an die Lehre. 1931 reiste nach Sri Lanka. Er übte auf der Island Hermitage beim ehrw. Nyanatiloka Mahathera Meditation und studierte Pali. Nach dem Krieg begann er 1948 mit seiner intensiven Lehrtätigkeit in Norddeutschland, die zur Gründung des „Buddhistischen Seminares“ führte. Seine Bemühungen um eine systematische Aufbereitung der Lehre des Buddha für das Abendland machen ihn zum bedeutendsten Vertreter der buddhistischen Lehre in Deutschland nach 1945. Seit 1955 erscheint regelmäßig alle zwei Monate die Zeitschrift „Wissen und Wandel.“   Der Titel der Zeitschrift drückte inhaltlich das zentrale Anliegen von Paul Debes aus.: Informationen und Wissen sollen auf intellektueller, geistiger Ebene vermittelt und das richtig Erkannte praktisch in die eigene Lebensführung umgesetzt werden.

Wichtige Werke:

  • Die Meisterung der Existenz nach der Lehre des Buddha. Band I und II.
  • Meditation nach dem Buddha.
  • Paul Debes beantwortet Fragen zu buddhistischer Anschauung und Lebensführung.
  • Begriffe der Buddha-Reden mit Erklärungen.